Jakob Huger: Land
Diplomarbeit „Zwei Seiten Österreichs

Für meine Diplomarbeit zum Abschluss meiner Ausbildung an der Graphischen in Wien habe ich einen Gegenpol zum gegenwärtigen Zustand der Fotografie gewählt. Denn heute werden unzählige Bilder und Selfies, die Momente festhalten, produziert und abgespeichert. Für mich besitzt die analoge Großformatfotografie eine Art Magie. Trotz behäbigem Equipment und aufwendigen Arbeiten bietet sie für mich viele Vorteile, beispielsweise das Aufnahmeformat in 9×12 cm, das immer noch größer als der größte digitale Sensor ist. Außerdem liefern die unzähligen Verstellmöglichkeiten nahezu keine Grenzen. Mein Ziel war es, pro Sujet nur ein Foto zu machen und dabei nichts dem Zufall zu überlassen. Alle Bilder wurden bewusst komponiert und die Wirkung des auf dem Kopf stehenden Bildes sorgfältig betrachtet.

 

Zu meiner
Arbeitsweise

Für das Projekt „Zwei Seiten Österreichs“ hat meine Kamera mehr als 2.300 Kilometer innerstädtisch, über Autobahnen, Landstraßen bis hin zu kleinen Forststraßen in Wien, Wien Umgebung, St. Pölten, Salzburg, Salzkammergut, Waldviertel, Wachau und Tullnerfeld zurückgelegt. Die hauseigene Dunkelkammer wurde revitalisiert und mit einer Rotations-Entwicklungsmaschine aufgerüstet.
Ich arbeite mit einer Linhof Technika aus den frühen 50er Jahren. Welches technische Gerät mit dieser Lebensdauer lässt sich heute noch bedienen? Das Arbeiten mit der Technika entschleunigt und bei meiner Reise durch Österreich ist es schon vorgekommen, dass sich Touristen bei Selfie-Hotspots durch den Aufbau meiner Großformatkamera belästigt fühlten. Mit einer großen Portion Charme und professionellem Auftreten konnte ich sie von meinem Projekt begeistern. Für mich und mein Diplomprojekt hat sich der Aufwand ausgezahlt, denn der einzigartige Look mit einem außergewöhnlichen Bildformat von 9×12 cm haben „ausgezeichnete“ Ergebnisse für meine Diplomarbeit geliefert.

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