Jonathan Göpfert
No Border No Nation

Die Europäische Union ist ein Staatenbund von nun schon 28 Mitgliedsstaaten und über eine halbe Milliarde Einwohner. Der europäische Binnenmarkt ist am Bruttoinlandsprodukt gemessen mit ca. 17,5 Milliarden Euro der Größte der Welt. Die Wirtschaft in der EU floriert und immer mehr Staaten versuchen, Mitglied in diesem Staatenverbund zu werden. Die Aufnahme in die EU verspricht für viele, besonders für ärmere Staaten, eine Verbesserung der Lebensumstände. Dieses Jahr am 14. Juni war das 30-jährige Jubiläum des Schengener Abkommens, welches 1999 durch den Vertrag von Amsterdam in den Rechtsrahmen der Europäischen Union integriert wurde. Das Schengener Abkommen regelt die Abschaffung der stationären Grenzkontrollen an den Binnengrenzen der teilnehmenden Staaten. 1985 waren es fünf Staaten (Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Niederlande) die auf Personenkontrollen an ihren gemeinsamen Grenzen verzich-teten. Bis zum heutigen Tag haben sich diesem Abkommen bereits 26 europäische Länder angeschlossen. Grenzkontrollen kennt man kaum noch und man sieht auch nur noch die meist schon verfallenen brachen Grenzanlagen. Die Reisefreiheit ist ein großer Pfeiler der Europäischen Union und mit solch einem großen Gebiet ist die EU ein gutes Vorbild für die Abschaffung von Grenzkontrollen. Je einfacher es ist im europäischen Raum zu reisen, desto mehr werden die Außengrenzen stärker bewacht und mehr und mehr aufgebaut und verbessert. Die Europäische Union grenzt aus.

Seine Arbeitsweise

Die Bilder sind an verschiedensten Binnengrenzen der Europäischen Union fotografiet und digital verfremdet worden. Durch die Herauslösung der Grenzanlage aus ihrem Hintergrund soll dem Betrachter die geographische Einordnung genommen werden, denn es geht nicht darum, wo diese Grenze steht, sondern darum, was „Grenze“ überhaupt bedeutet. Die verschiedenen Bereiche der „Grenzabfertigung“ sollen beleuchtet werden. Wofür benötigt man solche Anlagen? Und wie viel Angst haben viele Menschen vor verschiedens-ten Grenzen? Die digitale Verfremdung soll das Dargestellte verschönern. Es ist schließlich ein großer Fortschritt, dass viele Grenzen „offen“ und frei passierbar für uns sind. Doch im gleichen Sinne soll durch die Verfremdung und die Hinzunahme und Duplizierung von verschiedenen Objekten (Kameras, Lampen, Schilder) die Außengrenzen der EU hinterfragt werden. Wie fühlt man sich wenn man an eine Grenze kommt wo man nicht mehr Mensch ist, sondern nur noch zu der sogenannten „NON EU“- Zone gehört?

Jonathan Göpfert arbeitet mit Linhof Technika 13×18 und Internegativ-Film.

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